Informationsdienst Sicherheits-Berater

Der Informationsdienst Sicherheits-Berater, herausgegeben von TeMedia Verlags GmbH, erscheint zweimal monatlich seit 1974. Seine Inhalte stammen aus der Feder von Praktikern der Sicherheitsberatung und -planung - vorwiegend von den Ingenieuren der VON ZUR MÜHLEN’SCHE GmbH - sowie aus einem intensiven Leser-Blatt-Dialog. Der Sicherheits-Berater lebt vom Abonnement und berichtet in jeder Beziehung unabhängig – auch gegen die Mehrheitsmeinung.

Der TeMedia Verlag gehört wie auch die SIMEDIA Akademie zur VON ZUR MÜHLEN-Gruppe.

Sicherheitsthemen gibt's auch in 100 Jahren noch genug.

"Höchste Zeit, einmal den Interviewer zu interviewen", dachte sich Caroline Glaser von der VZM GmbH. Also befragte sie Bernd Zimmermann, den Chefredakteur des Sicherheits-Berater und von Sicherheits-Berater direkt.

Bernd Zimmermann im Interview mit Caroline Glaser

Hallo Bernd, ich kenne viele Deiner Interviews aus Sicherheits-Berater direkt und bin Fan davon. Wie fühlt es sich an, jetzt einmal der Befragte zu sein? 

Als Ausnahme ist das schon ok, aber ich gebe zu, dass ich mich in der Rolle des Fragenstellers wohler fühle. Ich bin einfach ein neugieriger Mensch und finde den Kontakt mit unterschiedlichen Menschen sehr spannend. Das wird mir auch nach 80 Interviews nicht langweilig. 

Was sind denn Deine Interview-Highlights? 

Ach, da kann ich mich eigentlich nicht festlegen. Ich durfte ja ganz unterschiedliche Experten befragen. Das waren Wissenschaftler und Praktiker, Buchautoren, Datenschützer, Sicherheitsverantwortliche und Sicherheitsberater oder Leiter von Organisationen, Verbänden und Herstellern. Einige der Interviewten sieht man bisweilen in den Fernsehnachrichten wieder - meist mit relativ kurzen Statements zu Krisensituationen. Dann kann ich durchaus stolz sagen "Mir hat der – oder die – aber deutlich ausführlicher geantwortet." 

"Frauen in Sicherheitsberufen" zu befragen hat mir großen Spaß gemacht. Falls sich da jemand als Interviewpartnerin angesprochen fühlt, bitte gern melden. Sogenannte "Skeptiker", die sich der Aufklärung verpflichtet fühlen, erlebe ich ebenfalls regelmäßig als hochspannende Gesprächspartner, z. B. Michael Kunkel, der regelmäßig die Prognosen von Wahrsagern entzaubert. Schön zu sehen ist rückblickend natürlich auch, wie kontinuierlich sich gute Leute über die Jahre in der Sicherheitsbranche behaupten. Ich erinnere mich zum Beispiel an ein Interview aus dem Jahr 2013 mit Matthias Hämmerle, der eine feste Größe auf dem Gebiet des Business Continuity Managements war und ist. Oder an das Interview mit Dr. Jens Hoffmann, Fachmann für Bedrohungsmanagement, mit Sabine Funk, Expertin für Eventsicherheit und, und, und. Sie alle haben sozusagen aus dem Nähkästchen geplaudert. Es waren so viele, dazu könnte man ein eigenes Interview führen ...

Gelegentlich kommt es zu Verwechslungen zwischen Sicherheits-Berater und Sicherheits-Berater direkt. Erklär doch kurz den Unterschied. 

Der Sicherheits-Berater ist ein Print-Informationsdienst mit 14-tägiger Erscheinungsweise im Abovertrieb. Und nach unserer Marktanalyse offenbar die Sicherheitspublikation mit der kürzesten Erscheinungsfrequenz.

Sicherheits-Berater direkt dagegen ist unser Online-Newsletter, den jedermann kostenfrei bestellen kann. Untypischerweise ist der aber weder ein Auszug, noch eine Kopie der Printausgabe, sondern ein ganz eigenständiger Kanal, was ja eher selten ist. Damit versuchen wir auch ein Publikum, das vielleicht keine Entscheidungsbefugnis in unternehmerischen Sicherheitsfragen besitzt, für Sicherheitsthemen zu interessieren. Und das auf möglichst verständliche und zugleich unterhaltsame Art und Weise. Da darf dann ruhig auch einmal eine Glosse mit dabei sein, in der ich mich regelrecht austoben kann. 

Hast Du nicht Angst, dass Dir irgendwann die Ideen für das Heft und den Newsletter ausgehen? 

Nein, nie! Sicherheitsvorfälle sind so alt wie die Menschheit und sie treten immer wieder neu auf. Die aktuelle Pandemie ist das beste Beispiel dafür. Und überall entsteht Beratungsbedarf. Das Feld der Sicherheit, ob als Security oder als Safety, ist unerschöpflich. 

Wie schaffst Du es, alle 14-Tage ein Heft zu publizieren? 

Erstens, nicht allein. Und zweitens, immer mit einem Blick auf den Redaktionsplan. Ich muss die Hefte nicht allein mit Inhalten füllen. Dann ginge mir als Nichtberater natürlich ziemlich schnell die Puste aus. Ich kann auf die Sicherheitsberater der VZM GmbH zurückgreifen. Das sind ja zugleich meine Redaktionskollegen. Die liefern mir ihr Know-how aus der Beratung und ihren Spezialgebieten. Das sind Ingenieure, Architekten, IT-Spezialisten, Elektrotechniker, Security Engineers und so weiter. Die bewerten zum Beispiel neue Produktentwicklungen auf dem Gebiet der Sicherheitstechnik für mich. Vor allem aber überlassen sie mir und den Lesern auf Basis ihrer praktischen Erfahrungen permanent neue Tipps und Handlungsempfehlungen. Das ist eigentlich der Grund, wofür wir als Redaktion bezahlt werden. 

Konkret noch einmal zu Deiner Frage: Im Vergleich zur Redaktionsarbeit in einer Tageszeitung - die Erfahrung durfte ich vor Jahren machen - bin ich mit unserer 14-tägigen Erscheinungsweise in einer ziemlich privilegierten Position. Die Redaktionskollegen liefern exakt immer mindestens genauso viel, um das Heft zu füllen. Und wenn nicht, finden sich zu guter Letzt auch ausgesuchte Gastautoren zu weiteren Spezialthemen. 

Welche Qualifikation braucht man als Chefredakteur des Sicherheits-Berater? 

Von Hause aus bin ich Politologe mit dem Schwerpunkt auf Sprache und Kommunikation. Klassischerweise landet man dann zum Beispiel als Referent bei einer politischen Partei. Ich bin nach dem Examen allerdings zunächst Werbetexter mit Schwerpunkt Direktmarketing geworden. Dann ging es über die PR-Arbeit hin zum Zeitungsjournalismus – ein eher seltener Berufsweg über alle Kommunikationssparten sozusagen. Anders als meine Redaktionskollegen bin ich also eher der Generalist, der sozusagen von allem ein bisschen was versteht, aber von nichts richtig viel. Ich denke, das ist auch die Voraussetzung dafür, Textinhalte verständlich zu machen. Ich bin derjenige, der auch nach dem hundertsten Mal den Kollegen Ingenieur fragt, wofür eine im Manuskript verwendete Abkürzung steht und der dann in Klammern die Auflösung dahinter schreibt. 

Verstehst Du denn immer, was die Berater schreiben? 

In aller Regel schon – wenigstens prinzipiell. Nach acht Jahren lernt man doch so einiges. Aber ich stoße bisweilen auch an meine Grenzen. Dann hilft alles nichts: Ich muss mir die Blöße geben und beim Autor nachhaken. Manchmal stelle ich mich auch extra dumm, um dem Autor ein Gefühl dafür zu vermitteln, dass nicht jeder Leser auf dem gleichen Wissensstand wie er sein kann. Die größte Gefahr des Chefredakteurs ist es, nur zu glauben, etwas verstanden zu haben. Zum Glück habe ich noch drei speziell für die fachliche Beratung zuständige Redaktionskollegen, die alle zur Veröffentlichung anstehenden Beiträge ebenfalls noch einmal kritisch prüfen: Lutz Rossa, Peter Schmidt und Jörg Schulz, allesamt hochgradig versierte VZM-Sicherheitsberater. Und für unsere Schwerpunktausgaben haben wir dann noch einmal jeweils einen verantwortlichen "Hutaufhaber", zum Beispiel für Schwerpunktausgabe Heft 10 "Netzwerktechnik" Lutz Rossa, für den Schwerpunkt "E-Mobility" (Brandschutz) Rochus Zalud, für "City-Sicherheit" Bruno Hecht oder Uwe Hoffmeister für das Thema "Business Continuity Management". 

Die Schwerpunktausgaben dürften für Anzeigenkunden besonders  interessant sein? 

Natürlich, und nicht nur wegen der erhöhten Auflage, die Stückzahlen bis 4.000 erreicht. Vor allem auch wegen der Chance, sich in einem speziellen Themenumfeld präsentieren zu können, ergibt das Sinn. Das Ganze lässt sich dann auch noch frühzeitig planen, da die Themen und Termine vorab in den Mediadaten Print bzw. Newsletter zu finden sind. Aus meiner Sicht sind aber auch die Standardausgaben mit ihrem Themenmix interessant – denn auch die werden in der Regel pro Einzelexemplar von mehr als einer Person gelesen. Aber was die Werbemöglichkeiten, auch online, angeht, solltest Du besser die Kollegin Alice Hoffmann einmal interviewen. 

Trotz Anzeigen - der Sicherheits-Berater wirbt damit, herstellerneutral zu sein. Wie wird das sichergestellt? 

Das Prinzip ist einfach: Der Sicherheits-Berater finanziert sich über die Abos. Er könnte selbst dann erscheinen, wenn sich kein Anzeigenkunde finden würde. Werbefinanzierte Zeitschriften leiden nicht zuletzt wegen der Coronakrise existenzielle Not. Wir sind also unseren Abonnenten sehr dankbar – und diese wiederum profitieren davon, dass wir ohne jede Einflussnahme von Werbung schreiben können. Dem Prinzip der herstellerneutralen Beratung sind ja auch meine Redaktionskollegen verpflichtet, wenn sie als Sicherheitsberater unterwegs sind. Die werden ausschließlich für die Beratungsleistung bezahlt und nicht, weil sie Provisionen für Produktempfehlungen kassieren. 

Ich halte es in dem Zusammenhang auch für wichtig darauf hinzuweisen, dass alle unsere Beiträge im Heft Namensbeiträge sind. So weiß der Leser stets, an wen er sich wenden kann, wenn er Fragen hat. Viele unserer Leserinnen und Leser kennen unsere Autoren auch persönlich als Referenten der SIMEDIA Akademie. 

Printmedien werden schlechte Aussichten prognostiziert. Wie siehst Du die Zukunft des Sicherheits-Berater? 

Der Sicherheits-Berater wird von unseren Abonnenten als Print-Ausgabe sehr geschätzt – das wissen wir aus unserer letzten Leserumfrage. Aber es ist auch klar, dass wir künftig unsere Onlinekanäle stärken müssen. Der Sicherheits-Berater muss also mittelfristig auf mobilen Endgeräten wie Tablet oder Smartphone erreichbar sein. Außerdem denken wir über neue Konzepte nach, die auch audiovisuelle Darstellungen beinhalten. Man darf gespannt sein. Die Überarbeitungen unseres Redaktionskonzeptes und unseres Layouts vor zwei Jahren jedenfalls stießen bei unseren Abonnenten auf große Zustimmung. 

Was macht Dir ganz besonders viel Spaß an der Arbeit?

Die Zusammenarbeit mit dem Redaktionsteam, mit Gastautoren und der Grafik macht mir großen Spaß. Absolut unterhaltsam ist es, Stilblüten korrigieren zu dürfen. Kostprobe: "Die Besucher sind Entscheider oder deren rechte Hände." Und die Visualisierung der Beiträge, die Bildsuche also, möchte ich ebenfalls nicht missen. Aber am allerbesten ist es, jeden Tag hochqualifizierte Leute mit ganz unterschiedlichen Charakteren um mich herum zu haben. Ich mag das sehr. 

Hast Du ein Lieblingstitelbild? 

Ja, die druckfrische Ausgabe Nr.12 mit dem Gitarristen auf dem Titel und der Headline "Der Security-Awareness-Blues". Der Typ sieht, obwohl ja real wahrscheinlich kein Sicherheitsverantwortlicher, einfach großartig und authentisch aus. Als Bluesgitarre spielender Privatmann finde ich das super. 

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Kollege. Hat doch gar nicht weh getan – oder? :-)